Da die letzte Weihnachtsaktion von ARUDEVO einen so tollen Erfolg hatte, waren wir motiviert, auch im darauffolgenden Jahr 2015 wieder etwas zu organisieren. Und auch diesmal war die Bereitschaft zu helfen unter unseren Freunden, unserer Familie und den Kollegen hoch.

Während der Weihnachtszeit 2015 haben wir jedoch keine Spenden in Form von Geld gesammelt, sondern etwas, das bei vielen in Deutschland in einer Schublade vor sich hin staubt, während es anderswo noch wirklich etwas bewegen kann: Gebrauchte Handys. Da hierzulande alle paar Jahre ein neues Gerät besorgt wird, gibt es immer mehr alte Telefone, die zwar eigentlich noch komplett funktionsfähig sind, jedoch weder auf dem Gebrauchtmarkt noch wirklich Geld wert sind, noch einen Beschenkten wirklich begeistern würden.

In Uganda jedoch, ist selbst ein gebrauchtes und vergleichsweise altes Handy sehr teuer und für viele Menschen in kleinen Dörfern unbezahlbar, da sie die Landwirtschaft, die sie rund um die Uhr betreiben, gerade einmal dafür reicht den eigenen Hunger zu stillen, jedoch kaum oder gar kein Geld abwirft.

Dabei bedeuten Mobiltelefone, auch wenn sie so manchem von uns vielleicht schon wieder lästig erscheinen, einen großen Fortschritt. Die Vernetzung trägt einen großen Teil zu Entwicklung und Bildung bei. Insbesondere in Notfällen kann ein Handy von essentieller Wichtigkeit sein: Es gibt zwar zwei kleine Kliniken im Lwengo District, doch die Wege sind oft unüberwindbar lang und ein Anruf kann schon wertvolle Hinweise vermitteln oder einen schnellen Transport ermöglichen.

Mit vielen gespendeten Telefonen im Gepäck trafen wir im März 2016 den Rest des ARUDEVO-Teams in Lwengo um die schwierige Aufgabe der Verteilung zu besprechen. Die Telefone sollten einer Privatperson Freude bereiten, jedoch auch einer Gemeinde dienen. Schnell wurden folgende Kriterien festgelegt:

  • Die Empfänger sollten ARUDEVO bereits als hilfsbereite Gemeindemitglieder bekannt und sozial engagiert sein.
  • Die Empfänger sollten in unterschiedlichen Gemeinden im Lwengo District wohnen, um eine größtmögliche Vernetzung zu erreichen.
  • Die Empfänger müssten zumindest grundlegende Kompetenzen zur Bedienung des jeweiligen Gerätes besitzen (insb. Smartphonenutzung).

So wurde gemeinsam von allen ARUDEVO-Mitgliedern eine Liste mit Namen erstellt und die betreffenden Personen angerufen um am Abend an der Veranstaltung teilzunehmen, bei der die Handys ausgegeben werden sollten.

Dies fand am Abend des 19.03.16 in einer Schule statt. In ihrer schönsten Abendgarderobe erschienen die Bewohner des Lwengo Districts, teilweise von weit her zu Fuß oder mit Motorradtaxis angereist. Zunächst gab es eine kleine Einweisung über den Nutzen der Telefone. Alle waren einverstanden und begeistert von der Idee, die Telefone sowohl privat als auch als Gemeindetelefon zu nutzen. Zu diesem Zweck unterzeichneten die Empfänger eine entsprechende Vereinbarung. Als dann von Moses verkündet wurde, dass es sich um original Nokia und Co. handelte, machte sich noch mehr Begeisterung breit, denn in Uganda gibt es fast nur Imitate mit kurzer Lebensdauer.

In der untergehenden Sonne wurden dann die Telefone an die vorher ausgewählten Personen verteilt. Dabei war eine Sache ein ganz besonders schönes Gefühl: Die Handys waren natürlich sehr unterschiedlich, es gab sehr einfache Modelle und fast neu wirkende Smartphones, sogar ein Solar-Telefon und ein Outdoor-Handy waren dabei. Nun wurden beim Verteilen zuvor bei diesen besonders tollen Handys auch angekündigt wie toll und besonders sie seien und erst dann der Name des neuen Besitzers verkündet. Anderswo wären hier vielleicht Neid und Missgunst entstanden, doch hier brandete bei jeder neuen Ankündigung und der dazugehörigen Namensnennung begeisterter Applaus auf.

Wir freuen uns also sehr, dass wir diese Aktion zu einem so schönen Ende bringen konnten und möchten abschließend mit einigen Bildern unsere Eindrücke teilen.

Danke an alle die mitgeholfen haben, dieses Projekt zu verwirklichen!